IN STARDUST I TRUST
Rosa Lüders
Ich schaue nach unten und sehe eine Ameise über die Erde krabbeln. Die Ameise trägt eine große gelbe Kapsel zwischen ihren Vorderbeinen. Es handelt sich um eine Vitamin-B-Kapsel, die sie in ihren Bau zu schleppen versucht. Vitamin B ist ein lebenswichtiger Komplex aus acht wasserlöslichen Vitaminen, die der Körper kaum speichert und täglich benötigt. Sie sind essenziell für den Energiestoffwechsel, das Nervensystem, die Blutbildung und Haut sowie Haare. Mangelerscheinungen zeigen sich durch Müdigkeit, Nervenstörungen oder Konzentrationsschwäche.
Ich schaue nach links und blicke gegen eine Maispflanze, die größer ist als ich. An einem ihrer Blätter steckt ein eingepackter Maiskolben, aus dem Bündel hängen violett-weiße Haare heraus. Ja, Maishaare sind ungiftig und essbar. Während sie roh meist als störend empfunden werden, können sie mitgekocht, frittiert (als knusprige Garnitur) oder eben als Tee genossen werden.
Ich schaue in den Himmel, und er ist blau zwischen Tag und Nacht, der Mond ist fast rund, ein Stern leuchtet. Die Venus ist kurz nach Sonnenuntergang im Westen zu sehen. Sie steht dann von der Erde aus gesehen links (östlich) der Sonne und geht erst nach ihr unter. Die Venus leuchtet kurz vor Sonnenaufgang im Osten. In dieser Phase steht sie rechts (westlich) der Sonne und geht vor ihr auf.
Rechts von mir steht ein Springbrunnen, Wasser tropft von drei Etagen herab. Wassertropfen wirken wie kleine Linsen. Sie brechen das Licht, was bei Sonnenschein zur Entstehung von Regenbögen führt. Pflanzen nutzen Adhäsion und Kohäsion, um Wassertropfen über Kapillarkräfte von den Wurzeln in die Blätter zu transportieren. Auf manchen Oberflächen perlt Wasser perfekt ab (Lotus-Effekt) und nimmt dabei Schmutzpartikel mit.
Die Ameise mit der Kapsel ist verschwunden, aber zwei andere Ameisen sind unterwegs. Trotz ihrer geschrumpften Gehirne schaffen diese Ameisen es immer noch, den Weg zurück zum Nest zu finden.
Ich schaue nach oben, und es ist dunkel geworden. Der Himmel ist schwarz, der Mond klein, und die Sterne leuchten unterschiedlich hell. Ich sehe den Großen Wagen. Da er kein eigenständiges Sternbild ist, sondern nur der auffälligste Teil der Großen Bärin, blicke ich quasi direkt aus dem Zentrum dieser Bärin auf ihre Nachbarn.
Drache: Sein langer Schwanz windet sich wie eine Schlange direkt zwischen dem Großen und dem Kleinen Wagen hindurch.
Jagdhunde: Sie liegen direkt „unter“ der Deichsel des Großen Wagens.
Bärenhüter: Wenn ich dem Schwung der Deichsel folge, lande ich direkt bei seinem Hauptstern Arktur.
Haar der Berenike: Ein schwächeres Sternfeld unterhalb der Jagdhunde.
Löwe: Er befindet sich „unter“ dem Körper der Großen Bärin (gegenüber der Deichselseite). Luchs: Ein sehr lichtschwaches Sternbild, das die Lücke zwischen der Großen Bärin und den Zwillingen füllt.
Kleine Bärin: Sie liegt „über“ dem Großen Wagen. Die beiden hinteren Sterne des Wagenkastens zeigen direkt auf den Polarstern, der die Spitze der Deichsel des Kleinen Wagens bildet.
Ein cooler Trick: Die beiden hinteren Kastensterne des Großen Wagens werden oft als „Zeiger“ bezeichnet, da sie den Weg zum Polarstern und somit nach Norden weisen.